Geldanlage

Geldanlage und Inflation – wohin mit dem Ersparten?

Aktuell schätzt die Bundesbank 6% Inflation für November 2021. Wie sollte die Geldanlage bei so hohen Inflationsraten gestaltet werden? Einige Gedanken hierzu in unserem Finanzblog.

Die Geldanlage in festverzinslichen Wertpapieren

Des Deutschen liebste Form der Geldanlage ist historisch gesehen die Spareinlage oder die Anlage in Bundeswertpapieren, wie Bundesschatzbriefe oder Bundesanleihen. Kurz nach der Wiedervereinigung in den 90er Jahren waren hier hohe einstellige Zinssätze keine Seltenheit. Bei den hochverzinsten Bundesanleihen konnte der Sparer gleich doppelt profitieren. Zunächst erhielt er hohe nominelle Zinszahlungen. Später, als die Zinsen fielen, erfreute er sich an den gestiegenen Kursen an der Börse für seine Wertpapiere.

Aktuell verbietet sich eigentlich eine Geldanlage in Bundespapieren, da die Realität heute genau entgegengesetzt aussieht. Bundeswertpapiere haben einen sehr geringen nominellen Zinssatz und ihr Realzins. Unter Berücksichtigung der Inflation, ist der Realzins auf jeden Fall negativ. Sollte die europäische Zentralbank, getrieben von ihrem Ziel die Geldwertstabilität zu gewährleisten, die Zinsen erhöhen, würden die Halter von Bundesanleihen Kursverluste erleiden.

Natürlich würden diese Kursgewinne im oberen Fall ebenso wie die Kursverluste in letzterem Fall nur zum Tragen kommen, wenn ein Verkauf vor dem Laufzeitende realisiert werden würde. Aber ein zementierter Nullzins für viele Jahre mit der Aussicht auf Kursverluste unter der Laufzeit sind sicher kein positiver Ausblick eines Investors.

Daher die Frage, wie kann eine Geldanlage unter Berücksichtigung aktuell hoher Inflationsraten aussehen?

Wie zur Einleitung beschrieben können Sparkonten oder festverzinsliche Wertpapier aktuell nur zum kurzfristigem Parken von Liquidität dienen, keinesfalls zur langfristigen Geldanlage. Auch wenn eine hohe Inflation Kreditschuldner bevorzugt, solltest Du prüfen, ob sich Deine Schulden durch Sondertilgungen kostenfrei reduzieren lassen. Dies gilt insbesondere für Kredite mit noch hohen nominellen Zinsen. Und Du kannst natürlich prüfen, ob sich in Zukunft geplante Ausgaben oder Investitionen eventuell vorziehen lassen. Die Anschaffung neuer Möbel oder Renovierungsmaßnehmen an Deinen Immobilien fallen uns in diesem Zusammenhang ein.

In Zeiten, die von hohen Verbraucherpreissteigerungen also Inflation gekennzeichnet sind, wird die Geldanlage in Sachwerte empfohlen. Diese realen Vermögenswerte sollen einen Schutz vor den Folgen der Inflation liefern. Wir wollen nachstehend diese Formen der Geldanlage genauer betrachten.

Die Geldanlage in Aktien oder ETF

Aktien sind Sachwerte und sollen einen Schutz vor Inflation bieten. Dieser ist aber nicht pauschal bei allen Aktien gleich. Als Kapitalanleger solltest Du vielmehr in Aktien investieren, die eine bekannte Marke sind. Die Idee ist hier, dass Marken Preissteigerungen am ehesten an ihr Klientel weitergeben können. Daneben solltest Du Aktien von Unternehmen eher meiden, die lohnintensive Arbeit verrichten. Denn eine steigende Inflation wird sich über kurz oder lange in steigenden Lohnkosten niederschlagen. Bei steigender Inflation werden diejenigen Aktien eher verlieren, die auf sich verteuernde angewiesen sind, diese Kosten aber nur unzureichend durch ein Beibehalten der Marge weitergeben können. Andererseits sollten Rohstoffaktien tendenziell profitieren, ebenso wie Energieunternehmen. Dagegen könnten Aktien aus der „New Economy“ sich eher unterdurchschnittlich entwickeln, da diese oft auf günstige Zinsen für ihre Finanzierung angewiesen sind. Steigende Inflation führt aber über kurz oder lange dazu, dass die Zentralbank diese Möglichkeiten einschränken und steigende Zinsen die Preisstabilität herstellen sollen. Du siehst, es gibt keine pauschale Aussage, sondern Du solltest das Geschäftsmodell der Aktiengesellschaft genau betrachten. Die Ausführungen gelten natürlich ebenso für ETF. Diese stellen ja Portfolio von Wertpapieren einer definierten Anlagerichtung dar. ETF auf Marken-, Energie- oder Rohstoffaktien sollten einer steigenden Inflation am ehesten trotzen können.

Die Geldanlage in Gold oder Krypto Investments

Gold gilt als eine der Geldanlageformen die einen Schutz vor Inflation bieten sollen. Investments in Krypto Assets wird diese Wirkung auch unterstellt. Diese Meinung stammt noch aus Zeiten einer Hyperinflation, von der wir Gott sei Dank noch sehr weit entfernt sind. Dabei geht der Glaube in die FIAT Währung verloren und es wird nur noch Schattenwährungen vertraut. Wie eben Gold oder auch Krypto Assets. Das Wort Glaube ist ja schon gefallen und ein nicht unerheblicher Teil des Wertzuwachses dieser Assets in Zeiten von Inflation ist der Run auf diese Geldanlageformen, weil ihnen ein Inflationsschutz zugebilligt wird. Hier spricht man auch vom Phänomen der self fulfilling prophecy.

Die Geldanlage in Immobilien und offenen Immobilienfonds

Immobilien werden auch gerne als Betongold bezeichnet. An diesem Begriff siehst Du schon, dass auch dieser Geldanlageform ein Inflationsschutz zugerechnet wird. Sie gelten einfach als wertstabil und Preissteigerungen sollen an die Mieter der Immobilien über eine gestiegene Miete weitergegeben werden können. Diesem Mechanismus sind jedoch Grenzen gesetzt, zum Teil über staatliche regulatorische Maßnahmen wie der Mietpreisbindung an den Mietspiegel oder einfach durch den Mietmarkt und der dort herrschenden Nachfrage. Die mag aktuell in guten Lagen hoch sein, könnte sich aber auch wieder ändern. Nachdem nicht jeder die Möglichkeiten hat in eine Immobilie als Kapitalanlage zu investieren, haben wir unter dem Punkt noch die offenen Immobilienfonds angeführt. Hier investieren mehrere Anleger in kleinen Beträgen über eine Fondsgesellschaft in Immobilien. Dies war lange Zeit eine sehr beliebte Anlageform, die aber in Folge der Finanzkrise etwas gelitten hat. Damals kam es zu einer Art Run der Anleger, die beinahe gleichzeitig ihre Fondsanteile verkaufen wollten. Nachdem die Liquidität der Fondsgesellschaften aber nicht ausreichte um alle Fondsanteile zurückzunehmen, wurden die offenen Immobilienfonds zeitweise geschlossen. Heute gilt daher eine Mindestanlagedauer von 24 Monaten bei Investments in offene Immobilienfonds und eine Rückzahlung seiner Einlage muss der Anleger 12 Monate vorher ankündigen.

Zusammenfassung

Mit diesem Blogbeitrag wollten wir unsere Gedanken zur Geldanlage unter dem Blickwinkel der Inflation Dir näherbringen. Wir denken, dass wir Dir dafür eine wertvolle Anstöße liefern konnten. Dir sollte aber auch bewusst sein, dass einige der genannten Sachwerte durch die lange Niedrigzinsphase bereits schon deutlich an Wert gewonnen haben. Die gestiegenen Aktien und Immobilienpreise sind ja bereits in aller Munde. Und keiner kann heute exakt voraussagen, ob die Inflation vorübergehender Natur ist, wie, wie deutlich und wann die Notenbanken der Inflation versuchen entgegenzusteuern und welche Auswirkungen dies dann auf die Sachwerte hätte.

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